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Wieteck: Salo Flohr und das Schachleben in der Tschechoslowakei Salo Flohr, heute ein fast vergessener Schachmeister, erlitt ein Schicksal, das in vielem Ähnlichkeit mit dem Lebenslauf seiner Schachkollegen wie Steinitz, Lasker, Tarrasch, Rubinstein, Tartakower, Nimzowitsch, Mieses u.a. hatte. Alle waren sie Getriebene, die von den Unbilden der Zeit durch die Welt gehetzt wurden. Sie alle prägten das Schachspiel im 20. Jahrhundert und mussten doch immer auf der Hut vor Pogromen und Angriffen ihrer Mitmenschen sein, die in ihrer Borniertheit sie nur wegen ihres mosaischen Glaubens verurteilten. So verlor Flohr durch einen Progrom fast seine ganze Familie und floh mit seinem älteren Bruder Moses in die Tschechoslowakei, wo er für einige Jahre ein Zuhause fand. Seine eigentliche Heimat aber wurde für ihn das Schachspiel, denn schon früh hatte er dafür eine starke Begabung und eine Leidenschaft entwickelt. Zunächst schlug er sich als Kaffeehausschachspieler mit Blitzpartien und bei kleinen lokalen Turnieren durchs Leben. Doch letztlich konnte ein solches Talent nicht unerkannt bleiben. Rasch entwickelte er sich zu einem der weltbesten Spieler, der wegen seiner humorvollen Art auch beim Publikum große Beliebtheit errang. Als er in der Mitte der dreißiger Jahre, die Presse schrieb in dieser Zeit schon mal vom "Tschechischen Capablanca", eine Reihe von Turnieren, oftmals sogar vor den amtierenden, wie den vergangenen Weltmeistern gewann, wurde er bald als Kandidat für einen eigenen Weltmeisterschaftskampf gegen Aljechin gehandelt. Doch wieder einmal zerschlug die große Weltpolitik (Zweiter Weltkrieg) dieses Vorhaben. 1938 musste sich Flohr dann vor dem Rassismus der Nazis in Sicherheit bringen, denn wieder einmal war die Hatz auf die jüdischen Mitbürger freigegeben. er floh in die UdSSR, wo er in Moskau für den Rest seines Lebens seine endgültige Heimat fand. In Deutschland war Flohr, der fließend deutsch sprach, lange Jahre bekannt durch seine Artikel in den Schachzeitschriften, die immer Humor gespickt waren und die sich durch große Lebensweisheiten auszeichneten. Dieses Buch soll an den liebenswerten Meister und kundigen Journalisten Salo Flohr erinnern. 151 Seiten, kartoniert, Verlag Jung
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